Verfasst von: Anne Schwarzer – Unabhängige Ernährungsberaterin für Pferde / 10.10.2025

Die richtige Pferdefütterung ist ausschlaggebend für die Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Lebensqualität deines Pferdes. Dabei spielt es keine Rolle, ob du ein Freizeitpferd, Turnierpferd, Jungpferd oder Best-Ager besitzt. Jedes Pferd hat individuelle Bedürfnisse, die es zu erfüllen gilt und benötigt daher eine bestmögliche auf ihn abgestimmte Versorgung.
Eine ausgewogene, artgerechte Ernährung unterstützt die Verdauung deines Pferdes, beugt Krankheiten vor und sorgt vor allem auch dafür, dass dein Pferd rundum vital & gesund erhalten bleibt. Gerne möchte ich dir in diesem Blog-Beitrag praxisnah erklären, worauf es bei der Raufutterversorgung, Mineralstoffgabe, Kraftfutter, sowie Ergänzungen ankommt und wie typische Fehler vermieden werden können.
Eine regelmäßige Ernährungsberatung für dein Pferd ist meiner Meinung nach genauso wichtig, wie die Kontrolle von Zähnen, osteopathischen Behandlungen, Impfungen oder Besuchen beim Schmied, da die Ernährung einfach einen massiven Anteil zur Gesundheit deines Pferdes beiträgt.
Dir, als Pferdebesitzer ist sicher nicht neu, dass Pferde von Natur aus Lauf- und Herdentiere sind, die den ganzen Tag über kleine, faserreiche Futterportionen aufnehmen.
Und genau dieses natürliche Fressverhalten muss auch unbedingt in der Pferdehaltung beibehalten bleiben. Jedes Pferd sollte täglich mindestens 1,5 – 2 kg Raufutter pro 100kg Körpergewicht an Raufutter erhalten. Rechnet man diese Menge mit den Inhaltsstoffen zu dem täglichen Bedarf an Nährstoffen eines Pferdes zusammen, dann wird man feststellen, dass ein qualitativ hochwertiges Raufutter mit einer korrekten Lagerung schon einen Großteil des täglichen Bedarfs decken kann.
Das Raufutter ist hier die Basis, das A und O und das aller, aller wichtigste und natürlichste Futter was du deinem Pferd je anbieten kannst. Hat dein Pferd hiervon zu wenig oder entstehen zu lange Fresspausen zwischen den einzelnen Futterrationen riskiert man erhebliche gesundheitliche Probleme, die z.B. zu Koliken, Magengeschwüren oder auch Stoffwechselproblemen führen können.
Gutes Heu sollte hellgrün, aromatisch und leicht süßlich riechend sein. Die optimale Feuchtigkeit liegt zwischen 12-15% und sollte frei von Schimmel, Staub oder giftigen Pflanzen sein. Ein wichtiger Punkt ist in diesem Zusammenhang eine Heuanalyse, die dir Aufschluss über wichtige Werte geben kann.
Dein Pferd ist und bleibt ein Dauerfresser mit einem kleinen Magen und einem sehr langen Darm, der beschäftigt werden möchte.
Das vom Besitzer zusätzlich angebotene „Kraftfutter“ soll dem Pferd extra Energie, Eiweiß und Vitamine liefern. Darunter fallen u.a. Müslis, Pellets oder auch Hafer. Dieser Teil der Pferdefütterung sollte NIEMALS den Hauptteil der Ernährung ausmachen, da eine Überfütterung mit Kraftfutter schneller passiert, als man sich vorstellen kann. Es führt u.a. zu Übergewicht, EMS oder z.B. auch Hufrehe. Das gefährliche daran ist, dass ernährungsbedingte Fehler nicht direkt sichtbar werden, sondern ein sich über die Jahre entstehender Prozess.
Max. 300g Kraftfutter je 100kg Körpergewicht (Das wären bei einem 500kg Pferd max. 1,5kg) am Tag und dies auch nur, wenn nicht ausreichend Energie über das Raufutter für den Bedarf des Pferdes gedeckt werden kann. Hier ist besonders wichtig, das „Kraftfutter“ an die Leistung des jeweiligen Pferdes, dem Alter, Bedarf und den Gesundheitszustand anzupassen. An diesem Punkt ist es sinnvoll eine Ernährungsberatung zu Rate zu ziehen. Denn hier entstehen meist die größten Fehler mit zukünftigen Problemen. Es sollte in KEINEM Fall nach „Bauchgefühl“ gefüttert werden, auch wenn dein Pferd gerade vielleicht „gut aussieht“.
Auch Ergänzungsfutter und Mineralfutter sollten individuell angepasst und ergänzt werden. Mineralstoffe sind essenziell, da das Heu und die Weiden diese nicht in ausreichender Form liefert. Besonders wichtig sind Calcium und Phosphor, Magnesium und Kalium, sowie Spurenelemente wie Zink, Eisen, Kupfer & Selen.
Entsteht hier ein „zu viel“ kann das schnell die Aufnahme anderer wichtigen Stoffe verhindern und einzelne Mängel entstehen, obwohl in ausreichender Form Ergänzungen zugefüttert werden.
Hier ein Beispiel:
Calcium und Zink konkurrieren bei der Aufnahme. Wird von deinem Pferd z.B. zu viel Calcium aufgenommen, kann das die Zinkaufnahme massiv blockieren. D.h. Der Calcium Anteil muss im Verhältnis zu Phosphor passen und nicht überdosiert sein, damit dein Pferd überhaupt Zink aufnehmen kann.
Typische Fehler in der Pferdefütterung sind also:
Zu viel Kraftfutter, zu wenig Raufutter, unzureichende, nicht angepasste Mineralstoffversorgung, Fütterung nach Bauchgefühl und plötzliche Futterumstellungen. Eine strukturierte Futterplanung kann helfen, diese Probleme zu vermeiden. Dazu gehören die Bestimmung von Gewicht und Body Condition Score, Berechnung des Raufutterbedarfs, individuelle Anpassung des Kraftfutters, Prüfung des Mineralstoffbedarfs und Sicherstellung von Wasser- und Weidezugang. Futterpläne sollten regelmäßig angepasst werden, z. B. bei Leistungsänderung, Fellwechsel oder Wetterumschwünge.
Die richtige Pferdefütterung ist mehr als nur Heu und Müsli – sie erfordert Wissen, Planung und Beobachtung. Wer die Grundlagen versteht und Futtermenge, Qualität und Zusammensetzung regelmäßig anpasst, stärkt die Gesundheit, Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden seines Pferdes nachhaltig.
Merke dir: „Raufutter zuerst, Kraftfutter angepasst, Mineralstoffe ergänzt – so bleibt dein Pferd gesund und leistungsfähig.“
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Super schön, folge dir auf Insta und finde deine Beiträge auch da schon immer super klasse. Ich kann echt immer etwas mitnehmen und teilweise auch auf mein Pferd übertragen. Vielen Dank dafür. Gerne mehr davon. *g*
Hi Jule, das ist sehr nett von dir, freut mich wirklich sehr. Danke. 🙂 lg Anne