Equi Natura

Dermatophilose/Regenräude/Regenekzem beim Pferd :

Wenn Haut und Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht geraten!

Verfasst von: Anne Schwarzer – Unabhängige Ernährungsberaterin für Pferde / 12.10.2025

Regenekzem Pferd

Die Haut deines Pferdes macht Probleme!
Krusten, kahle Stellen oder nässende Bereiche die einfach nicht abheilen wollen?

Dermatophilose, auch bekannt als Regenräude, Regenekzem oder Winterekzem, ist eine bakterielle Hauterkrankung, die durch Dermatophilus congolensis ausgelöst wird. Besonders in den feuchten und dunklen Jahreszeiten, wenn Fellwechsel, Nässe und wechselhafte Temperaturen das Immunsystem fordern, tritt sie vermehrt auf.


Doch was viele unterschätzen: Die Haut spiegelt den inneren Zustand deines Pferdes wieder. Eine gesunde Haut beginnt im Darm – und Ernährung spielt dabei eine entscheidende und wichtige Rolle.

Wenn Feuchtigkeit auf ein schwaches Immunsystem trifft:

Regen, Schlamm und dauerhafte Nässe greifen die Hautbarriere deines Pferdes an. Feuchtigkeit trocknet die Haut paradoxerweise aus, winzige Risse entstehen – und genau hier kann das Bakterium dann eindringen und sich vermehren.
Ein gesundes, widerstandsfähiges Hautmilieu kann sich jedoch viel besser selbst schützen. Dafür braucht der Körper funktionierende Stoffwechselprozesse, ein stabiles Immunsystem und eine ausgewogene Versorgung mit Nährstoffen.

Gerade im Fellwechsel zeigt sich, wie eng Haut, Darm und Immunsystem zusammenhängen. Wenn der Stoffwechsel überlastet ist – etwa durch zu energiereiche Fütterung, falsche Raufutterqualität oder mangelnde Leberunterstützung – kann die Haut nicht mehr richtig „atmen“. Dann ist sie anfälliger für Infektionen, wie z.B. die Dermatophilose.

Wo Dermatophilose am häufigsten auftritt – und wie du sie erkennen kannst:

Am häufigsten zeigt sich Dermatophilose an Körperstellen, die häufig feucht oder verschmutzt sind und wo sich Nässe lange hält.

 

Typische Bereiche sind:

 

-Rücken und Kruppe – besonders unter der Decke, wenn sich dort Feuchtigkeit und Wärme stauen.

 

  • – Fesselbeugen und Beine – vor allem bei Pferden, die viel im Matsch stehen.
  •  
  • -Sattellage oder Flanken – wenn dort Reibung und Schweiß die Haut zusätzlich belasten.
  •  

Erste Anzeichen sind kleine, erhabene Knötchen oder Krusten, die beim Darüberstreichen spürbar sind. Oft lösen sich beim Putzen ganze Haarbüschel mit Schorf – darunter zeigt sich eine gerötete oder nässende Haut.


In frühen Stadien fällt es manchmal auch nur durch raues, struppiges Fell auf, das sich in kleinen Inseln abzeichnet. Bei fortgeschrittenen Fällen reagieren die betroffenen Stellen empfindlich auf Berührung oder sind warm und geschwollen.

Hautgesundheit beginnt im Futtertrog – Innerliche Unterstützung

Wer nur äußerlich behandelt, bekämpft die Symptome – nicht aber die Ursache.
Neben einer sorgfältigen Hautpflege ist die Fütterung das Fundament jeder nachhaltigen Unterstützung.

 

Das bedeutet: den Pferdekörper so zu unterstützen, dass er selbst regulieren und regenerieren kann.


1. Den Magen-Darm-Trakt stärken
Ein gesunder Darm ist das Zentrum der Immunabwehr. Wird er durch zu viel Stärke, Zucker oder minderwertige Futterkomponenten belastet, leidet das gesamte Abwehrsystem – und damit auch die Haut. Eine strukturreiche, pferdegerechte Ernährung mit hochwertigem Heu, ggf. Heuanalyse und individuell abgestimmten Mineralstoffen hilft, das Gleichgewicht im Darm wiederherzustellen.

 

2. Die Leber entlasten – besonders im Herbst

Die Leber ist das Entgiftungsorgan Nummer eins. Ist sie überlastet, zeigen sich Probleme oft zuerst an der Haut. Eine sanfte Leberkur im Herbst – etwa mit Mariendistel, Löwenzahn oder Artischocke – unterstützt die natürliche Ausleitung von Stoffwechselrückständen und bringt den Hautstoffwechsel wieder in Schwung.

 

3. Mikronährstoffe gezielt ergänzen

Haut und Fell benötigen bestimmte Nährstoffe, um stabil und widerstandsfähig zu bleiben.
Zink, Schwefel (MSM), Biotin und essentielle Fettsäuren wie z.B. Leinöl fördern die Hautregeneration und stärken die Barrierefunktion gegen die Bakterien.

Äußerliche Behandlung – Hygiene mit Feingefühl
Auch äußerlich braucht die Haut natürlich Unterstützung – aber bitte sanft und hygienisch.


Betroffene Stellen sollten trocken gehalten werden, Putzzeug und Decken regelmäßig desinfiziert werden. Trage beim behandeln Handschuhe, denn das Bakterium kann in seltenen Fällen auch auf den Menschen übergehen.

Die äußerliche Behandlung bei Regenräude hat für mich das Ziel, das Hautmilieu zu beruhigen, die Regeneration anzuregen und das Bakterienwachstum einzudämmen, ohne die Haut zusätzlich zu belasten.

 

So sanft wie möglich, aber so gezielt wie nötig.

Bei hartnäckigen Fällen kann ein Aromatogramm mit Hilfe eines Abstriches helfen, gezielt das passende ätherische Öl auszuwählen, um mit einer sanften, aber gezielten Phyto-Aromatherapie zu arbeiten. Dazu sprecht mich bitte einfach separat an. Gerne berate ich dich hier in gesonderten Fällen.

Regenräude zeigt uns, dass der Körper deines Pferdes Unterstützung braucht – nicht nur an der Hautoberfläche, sondern tief im Inneren.


Wenn Darm, Leber und Immunsystem im Gleichgewicht sind, hat das Bakterium kaum eine Chance.


Darum ist meine Empfehlung bei Hautproblemen immer: Fütterung prüfen, Darm stabilisieren, Leber entlasten, Immunsystem stärken. Denn gesunde Haut entsteht nicht durch Cremes, sondern durch eine ausgewogene, pferdegerechte Ernährung und einem Körper, der im Gleichgewicht ist. So wird aus einer lästigen Hautinfektion vielleicht auch eine echte Chance, dein Pferd ganzheitlich zu stärken – von der Wurzel bis zur Oberfläche.

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